Gegenüber von Bonn mündet die Sieg in den Rhein. Nahe der Mündung gibt es ein Ausflugslokal und eine Personenfähre an der Sieg, die von der Strömung angetrieben wird. Das wollte ich im Modell festhalten. Natürlich wäre eine maßstäbliche, genaue Nachbildung bei der begrenzten Größe meiner Boxen nicht möglich. Ich habe deshalb versucht, mich beim Platzbedarf zu beschränken, aber die Stimmung wiederzugeben. Der Bildschirm reicht wieder von einer Seite der Box bis zur gegenüberliegenden, so dass der Fluss einmal durch die Box fließt. Gestalterisch musste ich also nur rechts und links zwei Uferstreifen gestalten und eine bewegte Fähre.
Die Fähre wird mit einem Seilwindenservo bewegt, der unter der Grundplatte verschraubt ist und mit einem sehr dünnen Nylonfaden das Boot hin und herzieht. Den Nylonfaden habe ich um den Bildschirm herum über Rollen geführt, damit möglichst wenig Verschleiß an dem Faden entsteht. Der Servo wird wieder mit einem einfachen Arduionoprogramm gesteuert, das einer Abwandlung des Surfers auf dem Gebirgsbach entspricht.
An beiden Ufern gibt es einige bewegte Figuren. Am linken Siegufer gibt es einen eMotion Angler (Viessmann
Art.Nr. 1516, Nummern auch bei den folgenden eMotion-Artikeln von Viessmann), eine Kinderwippe (
1503), ein Tisch mit Biertrinkern (
1525) und ein Straßengittarist (
1510). Am rechten Ufer findet sich ein Bauer mit Sense (
1520), ein Mann der Fotos mit Blitz macht (
1519) und ein pinkelnder Mann (
1547).
In den Baum am Ufer hinten links habe ich einen sehr kleinen Mikroservo eingebaut und das Servohorn mit einem dünnen Stahldraht verbunden, an dessen Ende ein Autoreifen hängt, auf dem ein Mann in Badehose schaukelt. Die Schaukelbewegung wird wieder mit Arduino gesteuert und wirkt ganz interessant. Diese Baumschaukel existiert zwar nicht in Wirklichkeit an dieser Stelle, aber ich habe sie an anderer Stelle an der Sieg gesehen. Als Farbtupfer gibt es hinter der Baumschaukel noch ein gelbes Zelt mit Innenbeleuchtung und flackerndem Lagerfeuer, das ich mit zwei flackernden LEDs gebaut habe, einer gelben und einer roten. Es sind 5 mm LEDs in runder Bauform. Wenn man sie nebeneinander legt, ist der Abstand zwischen beiden zu groß und das Lagerfeuer wird damit auch zu groß. Ich habe deshalb beide LEDs mit einer Feile so abgeflacht, dass sie flach sind und eng nebeneinander passen. Dabei muss man nur aufpassen, nur durchsichtiges Plastik wegzufeilen und den Kontakten nicht zu nahe zu kommen.
Beleuchtet wird die ganze Szene mit warmweißen Strahler LEDs, die in den Bäumen verbaut sind. Dafür wickle ich die Bäume selbst aus Draht, der mit Papier umwickelt ist (Floristikbedarf). Ich schneide dafür 10 bis 20 gleiche Drahtstücke, aus denen ich erst den Stamm und weiter oben die Äste wickele (immer in eine Drehrichtung verdrillen). Die Kabel der LEDs wickle ich einfach in den Stamm und die Äste mit ein. Um sie seitlich blendfrei zu bekommen, stülpe ich ein kurzes Stück Schrumpfschlauch darüber und erwärme es. Nachdem ich den Stamm und die Äste aus diesen Drähten gewickelt habe, streiche ich alles mit Leim ein und lasse es einen Tag trocknen. Man kann auch noch etwas Sand auf den klebrigen Leim streuen, um die Rinde rauer aussehen zu lassen. Danach wird der Baum mit brauner und schwarzer Acrylfarbe angemalt und dann mit grünem Flockmaterial begrünt. Ich benutze sehr grobes Flockmaterial für Bäume und meistens Heißkleber. Das geht schneller. Zum Schluss kann man die LEDs im Baum genau auf die zu beleuchtenden Objekte ausrichten, da die Äste sich aufgrund des Drahtskeletts verbiegen lassen.